[Review] SYBERIA – Auf der Reise zu sich selbst

[Review] SYBERIA - Auf der Reise zu sich selbst

Die „Syberia-Saga“ ist eine Reihe, die unter Adventure-Liebhabern sehr beliebt ist. 2002 kam der erste Teil von Schöpfer Benoit Sokal in Zusammenarbeit mit den französischen Spieleentwicklern und -publishern Microids heraus. Syberia leitet die fesselnde Geschichte rund um die amerikanische Anwältin Kate Walker mit, für damalige Verhältnisse, schöner Grafikumgebung und tollem Soundtrack gebührend ein.

Eingeleitet werden wir mit einer kleinen animierten Sequenz, in welcher ein Trauerzug durch Valadilene durch den Regen zum Friedhof führt. Eine Pferdekutsche mit einem Sarg folgt ein paar Metallautomaten, welche von einer Art Trommler angeführt werden. Hier sehen wir zum ersten Mal Kate Walker, welche diesem Marsch zuzusehen scheint.

Eine Anwältin mit einem besonderen Auftrag

Kate Walker wird uns das ganze Spiel über begleiten. So erfahren wir, dass sie den weiten Weg von Amerika nach Europa gereist ist, um die Vertragsunterzeichnung für den Kauf der örtlichen Luxusspielzeug- und Automatenfirma abzuschließen. Die Universal Toy Company hat ihre Kanzlei damit beauftragt, diese Formalitäten für sie zu regeln. Allerdings verläuft die Angelegenheit leider nicht so einfach, wie gedacht. Anna Voralberg, Besitzerin der Automatenfirma ist verstorben und Erbe ist ihr Bruder Hans, der möglicherweise noch lebt und in Sibirien vorzufinden ist. Also machen wir uns mit Kate gemeinsam auf die Suche nach Hans, um den Kauf zu vollenden. Dabei treffen wir auf Oscar, einem beeindruckenden Automaten, welcher von Hans Voralberg konzipiert wurde. Er verfügt über die Fähigkeit, mit uns zu reden und zu interagieren. Oscar begleitet uns fortan und bringt Charme und Humor in das sonst eher ruhige Spielgeschehen mit ein.

Im weiteren Spielverlauf lernt man nicht nur die Geschichte rund um die Familie Voralberg und ihre Fabrik kennen, sondern auch mehr über Kate und ihren Weg, zu sich selbst. Außerdem kann man nach und nach feststellen, wie sie sich immer mehr der traumhaften Umgebung Sibiriens hingezogen fühlt, fern von ihrem Alltag in der amerikanischen Großstadt von New York.

Steampunk-Feeling trifft Hochgebirge

In Syberia treffen wir auf animierte Charaktere, die wir auf sehr schönen 2D-Hintergründen fortbewegen. Ganz klassisch und intuitiv bedienen wir hierbei nur unsere Maus und klicken uns durch die Orte. Fahren wir über Gegenstände oder Charaktere, mit welchen wir interagieren können, ändert sich der Cursor. Demnach können wir Gegenstände betrachten oder aufheben, sowie Charakteren Fragen stellen oder Telefongespräche halten. Außerdem ist das Inventar ist auch ganz einfach mit einem Rechtsklick aufrufbar. Zudem sind die Diagloge zwar teilweise kitschig, aber dennoch liebevoll und voller Humor.

Die Rätsel im Spiel sind keine allzu große Hürde, auch wenn es an der ein oder anderen Stelle schon knifflig werden kann. Entweder sind sie nachvollziehbar gestaltet oder mit ein wenig Rumklickerei im Bild zusammenstellbar. Gegenstände oder Charaktere, mit denen wir bereits vollständig interagiert haben, sind dann auch nicht mehr behandelbar. Demnach bleibt an dieser Stelle das ewige Suchen nach einer Lösung aus. Etwas lästig ist allerdings Kates Fortbewegung. Man kann ihr gefühlt in Echtzeit zusehen, wie sie von einem Straßenende zum anderen läuft. Allerdings läd dies aber zum genießen der Umgebung ein.

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Von der Soundkulisse her macht das Spiel einen soliden Eindruck. Manchmal kann man den Wind hören oder auch das Wasser, welches in der Nähe am Strand seine Wellen schlägt. Auch die deutsche Synchronisation ist angenehm anzuhören. Vor allem gab man sich große Mühe, den Charakteren die Stimme zu verleihen, die für sie angemessen sind. Des weiteren ist die Musik der allgemeinen Stimmung wunderbar angepasst und inszeniert worden. Den Soundtrack kann man gut und gerne auch ausserhalb des Spiels genießen.

Im Allgemeinen läd Syberia sehr zum Träumen ein. Valadilene und die Voralberg Fabrik wirken, als ob die Zeit in dem kleinen Dorf stehen geblieben sei. Alles erinnert so ein klein wenig an das viktorianische Zeitalter und die Automaten haben ein wenig was von Steampunk-Feeling. Die schön gestaltete Umgebung rundet Syberia im Großen und Ganzen ab.

  • 8/10
    Grafik/Optik - 8/10
  • 8/10
    Sound/Musikl - 8/10
  • 9/10
    Story - 9/10
  • 10/10
    Steuerung - 10/10
  • 9/10
    Gameplay - 9/10
  • 8/10
    Umfang - 8/10
  • 10/10
    Spaß - 10/10
7.8/10

Kurzfassung

„Syberia“ macht Laune und es ist spannend, die Geschichte um die Familie Voralberg mitzuerleben. Man lernt ziemlich schnell Kate Walker zu folgen und in die Geschichte einzutauchen. Wer mal Detektiv sein möchte und gerne Rätsel löst, vor allem ohne viel Equipment zu besitzen, ist bei diesem Adventure gut aufgehoben. Es bedarf dafür nicht mehr als seine Maus und sein eigenes Hirn. 😉 „Syberia“ nimmt einen für ein paar wenige Stunden am Tag auf eine schöne, etwas andere Reise mit.

Wer mag, kann ja gerne mal in mein Let’s Play reinschauen. 🙂

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